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„Schwein“, Diebstähle, Körperverletzung: die slowakische „Debatte“ um das Gedenken an kommunistische Parteifunktionäre

„Schwein“, stand in roter Schrift auf dem Denkmal des kommunistischen Parteifunktionärs Vasil Biľak 1) in seiner Heimatgemeinde Krajná Bystrá am 22. Februar 2015 – nur einen Tag nach der feierlichen Enthüllung. Die Künstler Ľuboš Lorenz und Peter Kalmus begründeten ihre Aktion, bei der sie das Denkmal mit roter Farbe beschmierten, damit, dass Biľak ein Mörder gewesen sei und deswegen kein Denkmal verdiene. Das Denkmal mit der Bronze-Büste des ein Jahr zuvor verstorbenen Politikers ließ die kommunistische Partei der Slowakei errichten, denn Biľak – so die Argumentation – habe für den Aufschwung des Dorfes gesorgt.

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  1. Vasil Biľak war ein kommunistischer Funktionär während der Normalisierung, der vielen wegen seiner Unterschrift unter die Einladung an die Truppen des Warschauer Paktes 1968 als Verräter gilt. S. dazu den Beitrag „Schuld sind immer die anderen!“ vom Juni 2014.  

Schuld sind immer die Anderen!

Als im Februar 2014 der ehemalige kommunistische Politiker Vasiľ Biľak gestorben war, brach in Internetdiskussionen ein Shitstorm über ihn los. Obwohl auch in der Slowakei der Grundsatz „über Tote sagt man nichts Schlechtes“ gilt, wurde in diesem Fall die Missachtung dieses Prinzips als berechtigt angesehen, handelte es sich doch um einen „Verräter der Nation“, der „mit den Russen kollaborierte“. Auch der politische Kommentator Tomáš Gális schrieb in der Einführung zu seinem Kommentar „Stúpal a postúpal“ (Er stieg auf und trat [andere] nieder), dass man bei vielen kommunistischen Politikern auch etwas Positives an ihrem Wirken finden könne, während es bei Biľak schwer möglich sei. Schuld sind immer die Anderen! weiterlesen