Das „authentische“ Denkmal und die „wahre“ Geschichte

Regimewechsel werden oft von Denkmalstürzen begleitet oder gefolgt. Die alten Denkmäler werden entfernt, weil sie als Zeichen des besiegten Regimes gesehen werden. Mit neuen Denkmälern werden neue politische Machtverhältnisse in den öffentlichen Raum eingeschrieben. Es gibt Denkmäler, die mehr oder weniger spontan von Menschenmassen, die sich gegen das aktuelle politische System wenden, beseitigt werden, wie z. B. die Lenin-Statuen in den ukrainischen Städten Kiew und Charkiv, die im Zuge der Proteste auf dem Maidan gestürzt wurden. Oft sind aber Denkmalstürze ein Ergebnis politischer Entscheidungen und werden sorgfältig vorbereitet. Im Gegensatz zu den spontanen Aktionen werden in dem zweiten Fall nicht selten öffentliche Debatten geführt und die alten Denkmäler werden nicht nur beseitigt, sondern auch mit neuen ersetzt.

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Ein (fiktives) Archiv in Ostmitteleuropa

Bei der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Vergangenheit führt meistens kein Weg an Archiven vorbei. Sie sind Fundorte von Schätzen, die zum besseren Verständnis vergangener Entwicklungen beitragen oder bis dahin unbekannte Ereignisse und Entscheidungen ans Licht bringen. Um diese Juwelen zu entdecken, ist der Historiker auf die Unterstützung der Mitarbeiter im Archiv angewiesen. Leider vermitteln einige (wenige) Archivare den Eindruck, die Archivalien vor den Historikern derart schützen zu müssen, dass diese sie gar nicht in die Hände bekommen1).

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  1. In folgenden Ausführungen wird ein fiktives ostmitteleuropäisches Archiv beschrieben. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen oder Archiven sind rein zufällig und nicht beabsichtigt